Geschichte

„Wie alles begann“

Im Jahr 2005 führte mich eine Dienstreise zum ersten Mal nach Äthiopien. Als Flugbegleiterin hatte ich schon viele Entwicklungsländer bereist und Armut hautnah erlebt. In Addis Abeba besuchte ich das Kinderheim und Ausbildungszentrum SELAM (www.selam-eth.de). Dort lernte ich Marie Luise und David Röschli kennen. Dieses Schweizer Ehepaar hatte Mitte der achtziger Jahre in Addis Abeba das christliche Kinderheim gegründet, das über die Jahre sehr gewachsen ist und mittlerweile weit mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Ihre Hingabe und der tiefe christliche Glaube haben mich sehr berührt. Ich spürte die Wärme, die von diesen Menschen ausging und erkannte, dass sie so erfüllt und innerlich reich waren, eben weil sie vielen Kindern halfen. Marie wurde mir eine mütterliche Freundin. Im Jahre 2009 besuchte ich Marie und David dann zum ersten Mal in Awassa, ihrem neuen Wohnort. Die Leitung des SELAM hatten sie an ein jüngeres Ehepaar übergeben. Awassa, die Stadt, in der unser Projekt angesiedelt ist, liegt etwa 280 km südlich der Hauptstadt Addis Abeba. Ich reiste schon mit dem Wunsch zu Marie und David, selbst etwas für Waisenkinder tun zu können. Sie versprachen mir sofort, ein Projekt in die Wege zu leiten. Ihr Trägerverein, über den unsere Arbeit in Äthiopien zunächst lief, heißt „Followers of Christ Ministry“ mit Marie Luise Röschli als Vorsitzender. Ohne ihre Hilfe wäre unsere Arbeit gar nicht zustande gekommen. Die Grundidee besteht darin, Waisenkinder in Pflegefamilien zu unterstützen. Über das örtliche Sozialamt wurden zunächste 10 Kinder vermittelt, die wir seit dem 11.9.2009 unterstützen können. An diesem Tag ist in Äthiopien Neujahr und gleichzeitig Schulbeginn. Inzwischen konnten wir unsere Arbeit ausweiten, so dass nunmehr 22 Kindern in ihren Familien betreut werden. „Unsere“ Kinder (in einer Pflegefamilie leben natürlich i.d.R. noch weitere Kinder oder Enkelkinder) werden mit Schuluniform, Schulbüchern und Schreibutensilien ausgestattet. Auch Kleidung und Schuhe erhalten sie. Senait Akalu ist als Sozialpädagogin für uns tätig. Sie besucht alle Familien im regelmäßigen Rhythmus.

Aber wie ging es in Deutschland weiter, nachdem der Anfang in Äthiopien gemacht war? Ich hatte vor, einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Das Projekt sollte aus deutschen Spendengeldern finanziert werden. Das erste Schuljahr haben Marie und David Röschli aus eigenem Spendenaufkommen finanziert. Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar. Ich sprach verschiedene Bekannte und Freunde an. Es war gar nicht so einfach genügend Gründungsmitglieder zu finden. Aber es hat dann doch geklappt. Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehören: Dr. Elisabeth Dreyer-Hobohm (Studienrätin in Oldenburg i.O.), Brigitte Kleemann, (Logopädin in Oldenburg), Sylke Kleiner (Projektmanagerin in Oldenburg), Monika Müller-Preiß (Dipl. Psychologin in Oldenburg), Dr. Oliver Poepken (Arzt in Oldenburg) und Dr. Dirk Sager (Gemeindepastor in Varel (Friesland)).

Mit viel Elan nahmen wir unsere Arbeit auf und waren gespannt, wie sich das Projekt und unsere Arbeit in Deutschland weiterentwickelten. Dabei zeigte sich im Jahr 2011 mehr und mehr die Notwendigkeit, mit national und international anerkannten Projektpartnern zusammen zu arbeiten. Auf der Basis des Vereins “Followers of Christ Ministry” konnte die Arbeit aus verschiedenen Gründen nicht aufrecht erhalten werden, so dass wir nach Alternativen Ausschau hielten. Glücklicherweise fanden wir schließlich in der Hilfsorganisation “Give Hope International” (www.givehopeinternational.org) einen verlässlichen Partner, mit dem wir seit Frühjahr 2012 konstruktiv zusammen arbeiten. Über Give Hope läuft nun die gesamte Administration vor Ort.

Nun sind wir sehr gespannt, wie es in der Zukunft weitergeht.

Beatrix Mosqueda-Steinhoff


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