Reise nach Äthiopien 2014

Meine Reise nach Äthiopien fand in diesem Jahr vom 28.4. bis 8.5. statt. Es war eine sehr erfolgreiche Reise. Wir haben viel erreicht. Mit dem Direktor unserer Partnerorganisation Tilahun Tesfaye, fuhr ich am 30.4. nach Awassa. Zuvor hatte ich schon unsere beiden Mädchen Mizan und Birke in Addis Abeba getroffen.

Am ersten Tag dann in Awassa haben wir zuerst alle Frauen und Kinder im Garten eines Regierungsgebäudes getroffen. Eine unserer Hausmütter arbeitet dort.

Bei Keksen und Mirinda saßen wir alle im Kreis und sprachen miteinander. Alle “Mütter” erzählten, was sie beruflich machen, wieviel sie verdienen und was sie gern verändern möchten. Wir möchten die Frauen ermutigen und ihnen helfen, immer mehr auf eigenen Beinen zu stehen. Das jeweilige Einkommen ist meist sehr gering, die Mieten sind teuer – Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch, Eier, Milch unerschwinglich. Wir können die Familien “nur” mit Teff (äthiopisches Getreide), getrockneten Erbsen, Linsen, Mais, Öl und Trockennudeln versorgen. Kleine Kinder bekommen  Milch.

Auch die Mieten sind sehr teuer. Ein Beispiel: ein Tagelöhner verdient pro Tag 20 bis max. 30 Birr ( 26 Birr = 1 €) Die Miete für eine Einraum-Hütte kostet in Awassa zwischen 250 und 350 Birr (in Addis Abeba gar 500 bis 600 Birr). Ein Lehrer verdient etwa 2000 Birr. Deshalb ist es so wichtig, daß unsere Kinder eine gute schulische Bildung bekommen, studieren oder einen Beruf erlernen. Das ist unser Ziel. Dann könnten sie dem Kreislauf der Armut entfliehen.

Ich besuchte auch wieder alle Kinder in ihren Hütten, unser kleiner Banko wohnt ja in einem echten Tukul. Das ist keine Luxusbehausung, ganz im Gegenteil. Tiere und Menschen leben in einem Raum zusammen. Es gibt keinen Strom und natürlich auch kein fließend Wasser. Banko kann seine Hausaufgaben nur bei Tageslicht machen. Banko ist ein fröhlicher Junge, mittlerweile 8 Jahre alt. Er geht gern zur Schule und nimmt dafür einen langen Weg auf sich. Er geht eine Stunde bis zur Schule und nachmittags um 16 Uhr wieder eine Stunde zurück zum Berg Tabor zu seiner Familie ins Tukul.

Unsere Kinder und deren „Mütter“ kommen einmal pro Woche mit unserer Sozialarbeiterin Senait Akalu zusammen. Wir sind glücklich, daß Frau Akalu wieder zu Tukul zurückgekehrt ist. Aus familären Gründen konnte sie vorübergehend ihre Zusammenarbeit mit uns nicht weiterführen. Nun ist sie wieder im Team. Frau Akalu ist hauptberuflich als Journalistin für die äthiopische Regierung tätig. Aus diesem Grund wird sie nun unterstützt von Kenna Jembere. Kenna ist 19 Jahre alt und Student. Wie Senait Akalu spricht er hervorragend Englisch. Kenna ist der Bruder von Solen Jembere, die rechte Hand von Tilahun Tesfaye in Addis Abeba. Nachdem es einige Probleme mit dem bisherigen Zentrum gab, haben wir glücklicherweise einen Ort für regelmäßige Treffen gefunden. Es ist die evangelische Efrata Church in Awassa.

Am letzten Tag meines Aufenthaltes in Awassa feierten wir ein schönes Fest. Alle Kinder und Hausmütter waren eingeladen. Als überraschenderweise Senait kam, gab es Freudenstränen. Es war ein wundervoller Tag für uns alle.

Wir haben 6 neue Kinder aufgenommen, so daß wir nun 21 Kinder in Awassa und 2 Kinder in Addis Abeba unterstützen. Wir sind sehr dankbar dafür, daß wir endlich finanziell in der Lage sind, weitere Kinder zu unterstützen. Das ist nur möglich durch regelmäßige Spenden, Patenschaften und Aktionstage (s. Aktuelles). Allen Mitgliedern, Spendern und Freunden von Tukul sei hier ein herzlicher Dank ausgesprochen.

Ich freue mich auf meine nächste Reise. Es ist einfach schön zu sehen, wie gut die Kinder sich entwickeln. Sie sind so dankbar und stolz zur Schule gehen zu dürfen.


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