Tukul News 2013

Liebe Freunde von Tukul!

Seit dem Beginn unserer Homepage hat sich in unserem Verein und unserer Arbeit in Äthiopien einiges getan. Von diesen Neuerungen möchte ich Ihnen heute berichten.

Marie Luise Röschli konnte aus gesundheitlichen Gründen nach dem Tod ihres Mannes David im März 2010 unsere Kooperation nicht mehr weiterführen. Ich möchte ihr an dieser Stelle von ganzem Herzen danken. Ohne Marie und David würde es Tukul (und seine Kinder) nicht geben. Ich wünsche Marie für ihren weiteren Lebensweg viel Kraft und Gottes Segen.

Seit dem 1. April 2012 kooperieren wir mit Give Hope International, einer Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich in Sambia und Äthiopien für Waisenkinder stark macht. Die Organisation ist in England registriert (www.givehopeinternational.org), da sie von einem Engländer, Martin Zuch, gegründet wurde. GH versteht sich als christliche Organisation, was auch einen gewissen Einfluss auf unsere Arbeit vor Ort hat. Doch dazu gleich mehr.

Tilahun Tesfaye und seine Familie

Tilahun Tesfaye und seine Familie

Der Leiter der äthiopischen Sektion (Give Hope Ethiopia, kurz GHE) heißt Tilahun Tesfaye. Ich habe ihn während meiner Äthiopien Reise im  März 2012 kennen und schätzen gelernt. Er wurde 1975 in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens geboren. Sein Vater starb, als Tilahun noch ein Junge war und seine Mutter lebte von weniger als einem Dollar pro Tag. Die Familie wurde aber auch unterstützt und gefördert, so dass Tilahun einen Abschluss in englischer Sprache und Literatur und sogar einen Master für Englisch als Fremdsprache erwerben konnte. Bevor er zu GHE kam, arbeitete für die bekannte Hilfsorganisation World Vision. Seine Spezialgebiete sind Kommunikations- und Projektentwicklung sowie Fundraisung. Er ist verheiratet mit Yordanos Dessalegn, mit der er drei Kinder hat.

GHE hat ihren Sitz in der Hauptstadt Addis Abeba – das sind immerhin ca. 300 Kilometer von unserem Projekt entfernt. Aus diesem Grund fährt in regelmäßigen Abständen ein Mitarbeiter nach Awassa, um mit unserer Sozialarbeiterin alle wichtigen Dinge vor Ort zu besprechen und Fragen und Wünsche zu klären.
Auch hier hat sich etwas in der Personalstruktur geändert: Am 1. Juni 2012 hat Welela Zerihun Girma die Arbeit von unserer bisherigen Sozialarbeiterin Senait Akalu übernommen. Senait, die unsere Kinder fast 3 Jahre liebevoll begleitet hat, musste aus familiären Gründen die Arbeit mit uns beenden. Auch ihr danke ich herzlich für die gute Zusammenarbeit und wünsche ihr für die Zukunft mit ihrer jungen Familie alles Gute.

Welela Zerihun ist ausgebildete Krankenschwester und arbeitete in einem Gesundheitszentrum der Regierung. Danach war sie 4 Jahre lang Personalleiterin einer internationalen Entwicklungshilfeorganisation, bevor sie in diesem Sommer zu Give Hope kam. Wie Tilahun ist Welela gläubige Christin. Gemeinsam mit dem Evangelisten Tsega-ab lädt sie die Familien wöchentlich zu einem Treffen ein, um die Bibel besser kennen zu lernen. Einmal im Monat haben zudem die Hausmütter Gelegenheit, zusammenzukommen, um mehr über die christlichen Glauben zu erfahren. Die Teilnahme ist freiwillig. Auch unsere Unterstützung ist nicht abhängig von der Teilnahme. Im Unterschied zu GHE verstehen wir von Tukul uns als konfessionell ungebunden, möchten aber gemeinsam mit unseren Mitarbeitern den Kindern und ihren Familien Einblick in das christliche Leben geben. Immerhin ist Äthiopien bereits ein sehr christlich geprägtes Land, in dem mehr als 60% der Bevölkerung einer christlichen Kirche angehören.

Das wichtigste Bindeglied unserer täglichen Arbeit vor Ort ist nun also Welela, die unsere mittlerweile 16 Kinder betreut. Im Sommer 2011 waren wir in der glücklichen Lage 5 neue Kinder in unser Programm aufzunehmen (im Sommer 2012 kam unser 16. Kind dazu). Die beste Möglichkeit, um Kinder nachhaltig zu begleiten, sind Patenschaften. Der Vorteil liegt nicht nur in einer verlässlichen finanziellen Basis – die Kinder in Awassa wissen dann auch ganz konkret, auf welche Menschen in Deutschland sie zählen können. Und die Partner hier bei uns können noch besser verfolgen, was ihre Hilfe bewirkt.

Zurzeit bestehen Patenschaften für 10 Kinder. Es wäre natürlich toll, wenn sich für die anderen 6 Kinder ebenfalls 1:1-Patenschaften fänden. Unser Ziel besteht darin, diesen Weg weiter zu verfolgen, so dass wir baldmöglichst neue Kinder aufnehmen können, die schon auf der Warteliste stehen.
Eine Neuerung besteht übrigens darin, dass unsere Familien nun ihren Zuschuss zum Lebensunterhalt nicht mehr in bar, sondern in Nahrungsmitteln erhalten. GHE praktiziert dies aus Kostengründen schon in Addis Abeba. So haben wir diese Praxis gern übernommen.

Wie Sie sehen, hat sich in den vergangenen Monaten einiges verändert. Veränderungen bringen manchmal Unruhe mit sich. Im Rückblick auf das Jahr 2012 sind wir sehr zuversichtlich, dass wir für die kommenden Aufgaben nun gut gerüstet sind.

Im Februar 2013 werde ich mit zwei Vereinsmitgliedern wieder nach Äthiopien reisen, um die Kinder und unsere Mitarbeiter zu besuchen. Danach werde ich Ihnen berichten können, was sich in der Zwischenzeit entwickelt hat. Bis dahin grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen ein frohes und gesundes Jahr 2013.

Ihre
Beatrix Mosqueda-Steinhoff


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